top of page

Leichte Solarmodule: Arten, Vor- und Nachteile für Gewerbedächer

Ein umfassender Leitfaden zu aufklebbaren Solarmodulen, flachen Montagesystemen und vertikalen bifazialen Modulen


Viele Gewerbedächer sind nicht für das Gewicht herkömmlicher Solaranlagen ausgelegt. Mit Montagesystemen und Ballastblöcken kann das Gewicht traditioneller Anlagen 25 kg pro Quadratmeter überschreiten – was insbesondere für ältere Gebäude, Logistikzentren, Industriehallen und Gründächer statische Herausforderungen mit sich bringt.


Leichte Solarsysteme lösen dieses Problem, indem sie die Dachlast deutlich reduzieren und gleichzeitig eine hohe Energieeffizienz gewährleisten. Heute dominieren drei Hauptansätze den Markt:

  1. Aufgeklebte (glue-on) Solarmodule

  2. Flache, ballastreduzierte Montagesysteme

  3. Vertikale bifaziale Solarpaneele


Jede Lösung geht unterschiedlich auf bauliche Einschränkungen ein. Entscheidend ist die Wahl eines Systems, das zur Tragfähigkeit des Gebäudes, zu den klimatischen Bedingungen und zur langfristigen Energiestrategie passt.



Für wen eignen sich leichte Dachsolaranlagen?


• Nachhaltigkeitsmanager, die Dekarbonisierungsziele vorantreiben

• Facility Manager, die für Flachdachanlagen zuständig sind

• Energieberater, die strukturelle Kapazität prüfen

• Architekten, die z.B. Sanierungsprojekte planen

• Solarteure, die auf Dächern mit begrenzter Last arbeiten

• Eigentümer von älteren Gewerbeimmobilien mit strukturellen Herausforderungen


  1. Aufklebbare Solarmodule


Funktionsweise

Aufgeklebte Solarmodule machen herkömmliche Aluminiumunterkonstruktionen überflüssig. Stattdessen werden leichte Module mithilfe von Strukturklebstoffen oder industriellen Klebesystemen direkt auf der Dachfläche befestigt.


Die meisten Anwendungen basieren auf "Thin-Film" Technologien wie zum Beispiel:


  • Cadmiumtellurid (CdTe)

  • Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid (CIGS)

  • Amorphes Silizium (a-Si)


Thin-Film-Module sind deutlich dünner und flexibler als herkömmliche kristalline Paneele und eignen sich daher für gewichtssensible Oberflächen wie Metalldächer, PVC-Membranen oder trapezförmige Blechdächer.


Vorteile

• Extrem geringe strukturelle Auswirkungen

• Keine Dachdurchdringung

• Schnelle Installation

• Minimaler Windauftrieb dank flachem Profil

• Saubere architektonische Integration


Einschränkungen

• Geringere Effizienz pro Quadratmeter

• Mögliche Wärmeentwicklung aufgrund eingeschränkter Luftzirkulation

• Halbpermanente Installation (die Entfernung kann die Dachmembran beschädigen)

• Komplexere Planungen von Wechselrichter- und Systemauslegung


Beispiele für Klebelösungen:





  1. Flache Montagesysteme (Low-Profile PV-Systems)


Funktionsweise

Flache Systeme reduzieren das Gewicht, verwenden jedoch weiterhin kristalline Module. Anstelle schwerer Ballastblöcke und steiler Neigungswinkel setzen diese Systeme auf aerodynamische Konstruktion und optimierte Geometrie.


Gewichtsreduktion wird erreicht durch:

  • Niedrigere Neigungswinkel (typischerweise 10–20°)

  • Windabweisende Rückplatten

  • Zusammengeschaltete Modulfelder, die Lasten verteilen

  • Begrenzte Ballastierung in bestimmten Dachzonen


Dieser Ansatz schafft ein Gleichgewicht zwischen hoher Energiedichte und reduzierter struktureller Belastung.


Allgemeine Grundsätze

Flache Solarmontagesysteme reduzieren das Gewicht durch drei zentrale Konstruktionsprinzipien:


Vorteile

• Höherer Energieertrag pro Quadratmeter im Vergleich zu Thin-film Module

• Geringeres Gewicht im Vergleich zu herkömmlichen Unterkonstruktionen

• Bewährte Leistungsfähigkeit kristalliner Module

• Verbesserte Luftzirkulation und Temperaturregelung


Einschränkungen

• Erfordert eine statische Überprüfung und eine Lastanalyse

• In Randzonen kann das Gewicht weiterhin hoch sein

• Komplexere Installationsplanung

• In vielen Fällen immer noch auf Ballast angewiesen


Beispiele für flache Lösungen:



  1. Vertikale bifaziale Solarmodule für Flachdächer


Ein anderer struktureller Ansatz

Vertikale Solarpaneele verfolgen einen grundlegend anderen Ansatz. Anstatt die Module mit einer klassichen Neigung zu installieren, werden sie senkrecht installiert – typischerweise in Ost-West-Ausrichtung – und erzeugen so Strom von beiden Seiten.


Diese Systeme nutzen bifaziale Module und erfassen die Sonneneinstrahlung auf folgende Weise:

  • Morgensonne auf der Ostseite

  • Nachmittagssonne auf der Westseite

  • Reflektiertes Licht (Albedo) von der Dachoberfläche


Da die Paneele vertikal stehen, ergeben sich folgende Vorteile:

  • Minimaler Windauftrieb

  • Verringerte Schneemenge

  • Geringere aerodynamische Belastung


Die Montagekonstruktion kann daher deutlich leichter ausfallen als bei herkömmlichen geneigten Systemen.


Vorteile

• Sehr geringe aerodynamische Belastung

• Gleichmäßige Energieerzeugung über den ganzen Tag

• Starke Leistungsfähigkeit bei schneereichen oder windigen Klimazonen

• Kompatibel mit Gründächern

• Verbessertes Eigenverbrauchsprofil im kommerziellen Umfeld


Einschränkungen

• Erfordert ausreichend Abstand zwischen den Reihen

• Niedrigere Produktionsspitze zur Mittagszeit im Vergleich zu südorientierten PV-Anlagen

• In einigen Märkten noch weniger bekannt


Beispiele für vertikale Solarlösungen:



Die richtige Leichtbau-Solarlösung auswählen


Leichtbau-Solaranlagen sind kein Nischenprodukt mehr. Sie werden immer wichtiger, um das Solarpotenzial in Märkten mit hohem Nachrüstungsbedarf in ganz Europa und anderen etablierten Solarregionen auszuschöpfen.


Der Entscheidungsrahmen sollte Folgendes berücksichtigen:


  • Verfügbare Tragfähigkeit der Struktur

  • Wind- und Schneeverhältnisse

  • Dachoberflächentyp

  • Energieverbrauchsprofil

  • Langfristige Anlagestrategie


Wenn die strukturelle Last der eigentliche Engpass ist


Bei vielen Gewerbeimmobilien stellt die Dachlast das größte Hindernis für die Installation von Solaranlagen dar. Herkömmliche Systeme erfordern unter Umständen Verstärkungen, bauliche Anpassungen oder werden gänzlich abgelehnt.


Besonders relevant sind diese Lösungen in Märkten wie der DACH-Region, der Schweiz, den Niederlanden, Skandinavien, Frankreich, Großbritannien, Italien und Australien – wo die Nachfrage nach Nachrüstungen aufgrund verschärfter Energievorschriften und steigender Dekarbonisierungsziele rasant zunimmt.





 
 
bottom of page