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Solarenergie über 60° Nord: Die Rolle von vertikaler Photovoltaik


Traditionell verbindet man Solarenergie mit sonnenreichen Regionen im Süden. Historisch gesehen wurden Gebiete weit im Norden in der Photovoltaik als weniger relevant angesehen.


Diese Sichtweise ändert sich nun: Ein kürzlich erschienener Artikel im PV Magazine beschreibt die Arktis als neues Terrain für Solarenergie. Der neueste Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) PVPS Task 13 mit dem Titel „Photovoltaik und Energiesicherheit in der Arktis“ bietet eine detailliertere und technischere Perspektive auf die Leistungsfähigkeit von Solarenergie in diesen Regionen. Der Bericht hebt hervor, dass vertikale bifaziale Solaranlagen in hohen Breitengraden eine wichtige Rolle spielen.


„In Regionen hoher Breitengrade eingesetzte Photovoltaikanlagen erfordern spezifische Designanpassungen, um den besonderen klimatischen Bedingungen gerecht zu werden.“

Bericht IEA-PVPS T13-40:2026 - Photovoltaik und Energiesicherheit in der Großarktis, Seite 9.



Den vollständigen Bericht können Sie hier herunterladen.


Anforderungen an Solarenergie im Norden


Aus physikalischer Sicht sind die solaren Bedingungen in hohen Breitengraden ganz anders als in Mitteleuropa oder weiter südlich.


Der IEA-Bericht hebt einige wichtige Merkmale hervor:

  • Die Sonne steht auch im Sommer tief am Himmel.

  • Das Tageslicht unterliegt starken saisonalen Schwankungen.

  • Ein größerer Anteil des Lichts ist diffus.

  • Schneedecke ist üblich und kann über lange Zeiträume anhalten.


Diese Faktoren beeinflussen nicht nur die erzeugbare Energiemenge, sondern auch deren Gewinnung. Niedrigere Temperaturen können die Moduleffizienz verbessern, während Schnee sowohl die Produktion verringern als auch die vom Boden reflektierte Lichtmenge erhöhen kann.


Ein wichtiger Punkt des IEA-Berichts ist, dass es bei der Sonneneinstrahlung in hohen Breitengraden nicht nur um geringere Strahlung geht. Vielmehr geht es um eine andere Art von Sonneneinstrahlung: Systeme, die für hohe Sonnenstände und starke direkte Strahlung optimiert sind, sind daher nicht immer die beste Wahl. Konstruktionen, die Licht aus verschiedenen Richtungen einfangen und diffuses sowie reflektiertes Licht nutzen, können unter diesen Bedingungen hingegen deutlich besser abschneiden.


Die Rolle vertikaler und bifazialer PV-Systeme in hohen Breitengraden

Im IEA-Bericht werden insbesondere bifaziale und vertikale PV-Systeme als relevante Designoptionen für Umgebungen in hohen Breitengraden erwähnt.


Es gibt mehrere Gründe für diese Wahl:

  • Bifaziale Module können das von schneebedeckten Oberflächen reflektierte Licht nutzen.

  • Vertikale Systeme werden von Schneefall weniger stark beeinflusst.

  • Ost-West-orientierte Systeme können Licht über einen größeren Teil des Himmels einfangen.

    Tag

Darüber hinaus produzieren vertikale Systeme tendenziell morgens und abends mehr Strom, was in vielen Energiesystemen von Vorteil sein kann.


Vertikale PV-Module mit Schneebedeckung
Vertikale Solarmodule sind weniger anfällig für Schneebedeckung.



Vertikale Solarenergie im Norden: Von der Forschung zu realen Projekten

Wir sehen nun vermehrt Beispiele für Solaranlagen in hohen Breitengraden. Over Easy Solar betreibt seit 2022 Forschung und Entwicklung im Bereich vertikaler Solaranlagen unter nördlichen Bedingungen und erzielt dabei im Vergleich zu konventionellen Solaranlagen sehr hohe Energieerträge.


Unsere eigenen Messungen und internen Simulationsmodelle zeigen, dass eine vertikale Dachsolaranlage in Tromsø 650–780 kWh/kWp pro Jahr erzeugen sollte, während herkömmliche Flachdachsysteme in Ost-West-Ausrichtung etwa 550 kWh/kWp erzeugen würden. Vertikale bifaziale Solaranlagen können auf dem 69. Breitengrad Nord einen bis zu 40 % höheren spezifischen Energieertrag als herkömmliche Flachdach-PV-Anlagen erzielen.



Ein aktuelleres und größeres Beispiel ist die Installation am Tromsøterminalen in Nordnorwegen . Bei diesem Projekt wird die VPV-Einheit von Over Easy Solar eingesetzt, um vertikale bifaziale Solarmodule auf einem großen Logistiklager zu installieren. Seit April 2026 deckt das System rund 25 % des Stromverbrauchs des Gebäudes in der letzten Woche.


 

Eine umfassendere Energieperspektive

Der IEA-Bericht stellt Solarenergie auch in den Kontext von Energiesystemen in der Arktis und anderen nördlichen Regionen. In vielen Fällen stehen diese Systeme vor folgenden Herausforderungen:

  • Energiesicherheit

  • Lange Transportwege für Treibstoff

  • Hohe Energiekosten


In diesen Gebieten stellt Solarenergie aufgrund der extremen Saisonalität allein keine vollständige Lösung dar. Zusammen mit anderen Technologien wie Windkraft, Speichern und Netzinfrastruktur kann sie jedoch zu einem robusteren und flexibleren Energiesystem beitragen.


Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie vertikale Solarpaneele in hohen Breitengraden eingesetzt werden können, kontaktieren Sie uns noch heute, um die Möglichkeiten zu erkunden.

 
 
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